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NEUIGKEITEN/AKTUELLES EINZELANSICHT

LIVEBERICHT: AVANTASIA, 3.12.2010, LICHTENFELS, STADTHALLE

Unser Leser Gerhard Kappler hat für uns seine Eindrücke vom Avantasia Konzert Anfang Dezember (.rcn präsentierte) zusammengefasst.
LIVEBERICHT: AVANTASIA, 3.12.2010, LICHTENFELS, STADTHALLE

Magisch – Genial – Gänsehaut……

Die Anfahrt ging überraschend problemlos vonstatten. Keine verschneiten Straßen, kein Stau. Angekommen um 18.45 Uhr war der Parkplatz vor der Halle schon (fast) voll. Der eine Teil von uns hat sich gleich angestellt. Kobras und ich sind 2x ins Auto zurück, um dann festzustellen, dass die Schlange vor dem Eingang nicht enden will. Also doch bei minus 5 Grad 20 Minuten angestellt.

Im Innenraum selbst war dann noch genügend Platz, sich einen ordentlichen (die besten waren schon weg) Platz zu suchen. Dann ging die ewig nervende Warterei los. Dürfte so gegen halb neun gewesen sein, als es losging. Zunächst Felix Bohnke an den Drums und Miro Rodenberg am Keyboard. Dann kam Sascha Paeth an der Gitarre und ein allen unbekannter Bassist, der – wie sich herausstellte – anscheinend sonst nur Kölsche Karnevalsmusik macht. Dann kam Sänger Tobias Sammet und mit „Twisted Mind“ gings gleich in die Vollen. Und dann mit „The Sarecrow“ der erste Longtrack:

Die Tracklist ingesamt (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
Twisted Mind
The Scarcrow
The Toymaster
Lost In Space
Reach Out For The Light
Serpents In Paradise
Farewell
Avantasia
The Tower
Sign Of The Cross
Dying For An Angel
Wicked Symphony
Runaway Train
Stargazers
Death Is Just A Feeling
Promised Land

Also schon mal ne mächtige Songauswahl, bis auf zwei Nummern wurde alle Longtracks gespielt, und wie…

Die Stimme von Roy Khan in „Twisted Mind“ übernahm Jorn Lande. Ich möchte es mit einem Wort beschreiben. MÄCHTIG!!!! Dieser Typ hat in den letzten fünf Jahren, als ich ihn zuletzt mit Masterplan in Gelsenkirchen gesehen habe, enorm an Sicherheit und Präsenz gewonnen. Die Stimme des Hünen war an sich schon immer überragend. Aber im Zusammenspiel, oder besser gesagt in den gespielten Duellen mit Sammet sang er alles in Grund und Boden.

Überhaupt war die Inszenierung auf die jeweiligen Sänger ausgelegt. Die Instrumentalisten waren eher Beiwerk und haben sich kaum in Szene gesetzt. Wenn dann eher Kai Hansen, der ohnehin nur am Anfang im Einsatz war (als Sänger von „Death is Just A Feeling“ konnte er Jon Oliva natürlich nicht ersetzen) und dann lange nicht mehr auftauchte. Erst gegen Schluss sang er „Toy Master“ (besser, aber Alice Cooper im Original konnte nicht erreicht werden) und war dann auch als dritter Gitarrist im Einsatz.

Um dazu zu kommen, muss vorher der wahre Gewinner des Abends genannt werden: MICHAEL KISKE! Kam beim dritten Song zu Einsatz, „Reach Out For The Light“ und man kann nur feststellen: Die Leute lagen ihm zu Füßen. Jubel, Beifall, Tränen, Standing Ovations (gut wir standen schon, aber hätten wir nicht schon gestanden…). Es war unglaublich! Er hat nichts von seiner Stimme eingebüßt, außer vielleicht die höchsten Höhen, ansonsten in Bestform, vor Spielfreude nur so gesprüht und dann – um auf Hansen zurückzukommen – Arm in Arm nebeneinander gesungen und gefidelt… Da bekomme ich gleich jetzt noch ne Gänsehaut. Meiner Meinung nach ist er eben einer der begnadetsten Sänger überhaupt und die Szene braucht solche Legenden – natürlich in Reunion mit Helloween – Keeper – aber das können wir uns abschminken. Aber ihn überhaupt auf der Bühne zu sehen in dieser Form und mit diesen Songs ist schon ein Geschenk an seine Fans, deshalb dürfen wir nicht undankbar sein. Und mag der Sammet auch ein Bayern-Arsch :-) und Labersack sein – ohne hin hätte es diese Songs, diesen Abend und diesen Auftritt Kiskes nicht gegeben! Phänomenal!

Und Kritik an Sammet hin oder her – mit Hansen, Rodenberg, Kiske und Peath waren ja einige der Speerspitzen des nationalen und internationalen Metals vertreten und mit Lande hatte man natürlich einen der besten Sänger weltweit im Gepäck und das hat dieser auch eindrucksvoll und souverän unter Beweis gestellt. Und last but not least noch Oliver Hartmann (At Vance – leider Ex-At Vance)  an der zweiten Gitarre: Wenn der zum Gesang angesetzt hat, ist sofort spontaner Szenenapplaus gekommen. Wurde von Sammet als einer der besten Sänger Europas tituliert – ist vielleicht übertrieben, aber unterbewertet ist er allemal.

Also, was bleibt als FAZIT?

Ein geiles und wohl auch einmaliges Konzerterlebnis mit legendären (Kiske) und besten Stimmen (Jörn) der Welt mit mal schneller, mal leiser, mal bombastischer Musik.

Ach ja, Bob Catley war auch dabei, wirkte manchmal etwas deplatziert, da er nicht so richtig zu der Musik passte. Von Mrs. Summerville nicht zu reden, die hat kein Mensch gebraucht.

Gerhard Kappler