EMO-HARDCORE
FJØRT
BELLE ÉPOQUE
GRAND HOTEL VAN CLEEF/INDIGO/THE ORCHARD
VÖ: 20.02.2026
So finster waren Fjørt noch nie, dabei haben die Aachener
schon immer den Finger in die Wunde gelegt. Vielleicht liegt es
an der „pechschwarzen Ära“, in der wir uns befinden, wie es
Chris Hell, David Frings und Frank Schophaus beschreiben. In
allen Erdteilen brechen Kriege aus, im Mittelmeer ertrinken
hunderte Menschen auf der Flucht, Faschisten und Milliardäre
übernehmen das Kommando und der Klimawandel ist nicht mehr
aufzuhalten. Die „Belle Époque“ ist die Hölle. Das einzig
Positive: Mit ihrem apokalyptischen Statement haben es Fjørt
bis auf Platz zwei der deutschen Album-Charts geschafft. Und
das trotz des kompromisslosen, konsequent freudlosen Sounds.
Brachiale Gitarren, finstere Harmonien und Screamo-Vocals
prägen die elf neuen Songs. Dazwischen immer wieder
kontemplative Momente. Ähnlich wie beim Vorgänger „Nichts“
(2022), aber eben nochmal eine Schippe brutaler und
verzweifelter. Es gibt aktuell wohl kein Album, das „Belle
Époque“ an Frustration, Verzweiflung und Wut überbietet.
Post-Hardcore nennt man diese Musik offiziell, aber eigentlich
sind es vertonte Wutausbrüche. Präzise und wuchtig. Der
Soundtrack zum Verzweifeln über diese Welt. Gemischt von Beray
Habip (Marathonmann, Sperling), dem Drummer von Kochkraft durch
KMA. Beeindruckende Dunkelheit.
WH
8 von 9
War im Heft
EMO-HARDCORE
FJØRT
BELLE ÉPOQUE
GRAND HOTEL VAN CLEEF/INDIGO/THE ORCHARD
VÖ: 20.02.2026
Die „schöne Epoche“ ist zu Ende, wir sind „angekommen in der
Pechschwarz-Ära“, wie es im Opener heißt. Für eine Band, die
sich mit Emo- beziehungsweise Post-Hardcore einen
NameFJØRT
BELLE ÉPOQUEn gemacht hat, ist das Trio aus Aachen hier
ziemlich giftig. Manche Harmonien und Arrangements sind
bekannt, aber die Ausreißer überwiegen. Im Gegensatz zum Sound
gehen sie beim Songwriting also entschieden vor, und erst recht
bei den Texten, die eine radikal linke Sicht auf einige
Bereiche der Gegenwart bieten. Die Emotionen – allen voran
Angepisstsein – nimmt man ihnen ab wie kaum einer anderen
Band.
MIB
6


