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1.6.2012: S'IS WIEDER ROCK IM PARK! NACHLESE FREITAG...

Alle Jahre wieder freut sich Nürnberg auf Rock im Park. Tausende junge Leute reisen nach Nürnberg. Und das leistungsfähige Transportunternehmen VAG zeigt sich von seiner Schokoladenseite und läßt reihenweise S-Bahnen Richtung Frankenstadion ausfallen. So gewinnt man Kunden! Egal, zur Sache: Die vielen Festival-Schlachtenbummler bringen schließlich gute Laune mit und sorgen für mehr Farbe im Stadtbild und bringen außerdem Umsatz im heimischen Gewerbe. Aber meist nur für den Handel/Supermärkte (alkoholhaltige Getränke) und weniger für die Gastronomie, die gerade doppelt unter Bergkirchweih- und RIP-bedingten Gästeschwund stöhnt.
1.6.2012: S'IS WIEDER ROCK IM PARK! NACHLESE FREITAG...
Mastodon, Foto: Salasnich

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Mittwoch Abend sah man schon massig bepackte Fans im Stadtbild, das Festivalgelände war aber noch unbezeltet. Aber bereits Donnerstag ab 8 Uhr morgens waren wie von Zauberhand massig Zelte rund um das Zeppelinfeld aufgebaut, die Sonne schien heiß und pünktlich rückte gegen Abend auch die übliche Kaltfront an und es pisste in Strömen. Doch der Freitag zeigte sich regenfrei, mild und angenehm sonnenarm. Das sollte die Hautkrebsrate im meist leicht alkoholisiert-ferngesteuerten Jungvolk doch niedrig halten.

Mittel vollelektronischem Leitsystem sollten die Besucherströme auf dem Gelände in Notsituationen nach draußen gelotst werden, um Panik oder ähnliches zu vermeiden. Die relativ offene Centerstage ist da auch relativ ideal, da hier keine Mauern oder Zäune wie auf der Loveparade die Massen eingrenzen. Hier hat sich der Veranstalter étwas einfallen lassen. Nicht mitmachen wollte der Veranstalter laut Presseberichten, das Poker um die kostenlosen Fahrten der Besucher mit dem VGN. Die Tickets galten also nicht, Lieberberg wollte nicht schon wieder mehr Abgabe löhnen und das auf den Eintrittspreis drauf schlagen. oder war es umgekehrt?

Auch bei der Beschallung wurde verbessert: Die neuartige Soundanlage beschallte das Zeppelinfeld generell und hörbar besser. Witzigerweise beschwerten sich städtische Nachbarn im Festivalumfeld eher, weil sie - je nach Windrchtung - im Gegensatz zu früher NICHTS hörten. Tja, wer Mödallica hören will muss halt Karte kaufen. Im 20 km entfernten Umland aber hörte man den Festbetrieb deutlich durch ein sonores Bassgrummeln alle drei Tage. Übertönte sogar manchmal die nächste Autobahn, welche im Umland des Verkehrsknotenpunktes Nürnberg ja gut verteilt sind.

Doch kommen wir endlich zum musikalischen Tagesprogramm am Metallica-Day.

FREITAG, 1. JUNI 2012, ROCK IM PARK NACHLESE Roland

Allgemein fand ich das Rock im Park mit 75.000 Zuschauern die Grenzen fast über-schritten hat. Wenn schon gegen 16.00 Uhr die stark erweiterte Centerstage prall gefüllt ist und ein Durchkommen kaum mehr möglich ist, sinkt die Festival Laune. Das aus der Vergangenheit geschätzte schnelle Wechseln zwischen den Bühnen war kaum mehr möglich. Schade fand ich auch, dass vom Stil her ähnliche Bands häufig Parallel spiel-ten. Vermutlich um 75.000 rein zu bekommen. Auffällig war, der Altersdurchschnitt, wohl wegen den Headlinern, ist deutlich angestiegen und lag bei rund 30 Jahren. Sehr gut war, trotz der erweiterten Bereiche der Sound. Erstklassig auf fast allen Plätzen, kaum zu glauben.

The Tings Tings waren stark. Gute Show vor relativ wenigen Leuten. Spürbar war auch, dass die alten Kracher zur Band viel besser passen, während die neuen Songs viel aufwendiger produziert wurden und deshalb mit Samples und einmal sogar, bei Rock to the City mit einem dritten Mann gearbeitet werden musste. Refused spielten voll fett und sparten nicht mit Systemkritik, waren die mal weg? Tenacious D überraschten mit witzigen und guten Stadionrock. Billy Talent werden immer besser und sie haben inzwischen mehr als genügend gute Songs für die Setlist. Auch die neuen noch nicht veröffentlichten Songs klangen richtig gut, auf die neue vierte Scheibe kann man sich schon jetzt freuen. Bald sind sie nicht mehr Coheadliner auf Festivals. Metallica sind eine alte gute Maschine, jetzt mit Mitgröhl-Teilen für die Fans, dirigiert von James Hetfieldf. Es ist ein nicht zum ersten Mal von Metallica gebrachter Marketinggag, ein Album komplett zu spielen. Das Problem dabei, jede Scheibe hat schwächere Songs, auch die Schwarze von den Trash-Legenden. So verflachte im Mittelteil das Konzert doch recht stark.

Roland Hornauer

FREITAG, 1. JUNI 2012, ROCK IM PARK NACHLESE Lea

Freitag, früher Nachmittag. Die echten Harcore-Festivalgänger erscheinen erst, wenn sich der Regen verzogen hat, die Sonne erscheint und Enter Shikari aus dem Land der Rose die Bühne entert. Zumindest galt das für eine Wenigkeit. Die Message hinter dem Bandnamen habe ich nach ihrem schweißtreibenden Auftritt immer noch nicht erfassen können, aber das war vermutlich auch gar nicht ihr Bestreben. Dieses war wohl eher, die verpennten Festivalgänger aufzuwecken und die Sache ins Rollen zu bringen. Immerhin war der Mittagsschlaf offiziell schon vorbei und der Großteil der diesjährig rekordbrechenden offiziell verkündeten 70.000 Ticketkäufer sammelten sich dann langsam an der Centerstage, die im Anschluss die Punker-Schweden Refused betraten.

Von den Medien falsch verstanden, das war der Grund, warum sie sich damals getrennt haben, die Aggressionen konnte der Sänger Dennis Lyxzén ganz gut raus brüllen und so kam es dann doch nicht zu Gemetzel-Austausch unter den zwei Fronten. Hätten sie sich ja gar nicht erlauben können, immerhin waren sie die Vorschmecker für Tenacious D, die in den ersten Sekunden gleich die Bombe platzen ließen, denn Hunderte Luftballons rieselten aufs Publikum herab. Die ersten drei, vier Songs stammten vom neuen Album Rize Of The Fenix, das seit kaum einer Woche bei uns erhältlich ist, folglich kannte der Großteil sie nicht. Das merkten Jack Black und Genosse Kyle Gass auch bald und sie wechselten lieber in nostalgische Sphären, was um einiges besser ankam, denn so aufgedreht und aktiv war das Publikum für den Rest des Tages kaum mehr. Und auch das Bühnenbild konnte keiner mehr toppen, immerhin hat nicht jeder einen Penis-Phoenix mit sich bewegenden Flügeln. So viel Sexappeal konnten einige Damen nicht stand halten, eine fiel sogar direkt neben mir um, aber bis das auch zun den Sankas durchgedrungen war, war die Dame schon längst bewusstlos. Trotzdem leisteten die Ersthelfer einen guten Job.

P.S.: Die Luftballonaktion war übrigens von Fans organisiert, als Facebook-Flashmob: LINK

Billy Talent überzeugte als anschließender Act auf der Centerstage durch einen kanadischen Sänger auf Speed - zumindest seinen Bewegungen und Verrenkungen nach zu vermuten - und einen neuen Song, was ganz schön Zeit wurde, immerhin spielten sie fast das gleiche Set, wie auch schon vor drei Jahren.

Und dann war Bühne frei für den Hauptact Metallica. Ich persönlich gönnte mir nur vier Songs des legendären Quartetts und wollte mich schon schämen, weil ich ihnen die Hives vorzog, aber den Plan hatten doch nicht so wenige Leute gehabt, wie ich befürchtet hatte. Auch wenn die Ränge bei Metallica bis in die letzte Rille voll gestopft waren, gab es noch einige Nicht-Banger auf der benachbarten Alternastage. Die Hives bespaßten wie immer adrett und feudal in Auftritt, Musik, Kleidung und Bühnengestaltung, denn die Lettern im Hintergrund blinkten diesmal sogar. Zwischen den Leuten fand man dann sogar Jack Black wieder, allerdings wesentlich kleiner als auf der Großbildleinwand. Als die Hives dann auch ihren Dienst quittierten, wanderte die Masse gen Metallica, die immer noch da standen und Fans aller Generationen begeisterten. Für den ehrenvollen Abgang sorgte eine pinke Priese Pyrotechnik.

Lea Biermann

Zu Besuch im Publikum bei den Hives: Jack Black (links)