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21.08.2010, AUSWÄRTSBERICHT: GLADBACH-1.FCN 1:1

Und am nächsten Tag in Dortmund das selbe: Alle Insassen haben wohl mehr geschwitzt als die Spieler. Die Reisegruppe sah sich nämlich noch ein zweites Spiel an.

Der Gladbacher Borussenpark wurde wohl für extrem Wetterverhältnisse gebaut. Beim letzten Mal im Februar 2010 wurde unserem Clubb, bei Minus 6 Grad, eisigen Wind und ständigen Schneetreiben, also gefühlten Minus 15 Grad, auf den Tribünen wurde Salz gegen das Eis gestreut, durch eine Schirifehlentscheidung das verdiente Unentschieden geklaut.

Jetzt war es extrem schwül, über 30 Grad und schon im Busshuttle zum dieses Mal "Sauna"-Park ging das Schwitzen los. Auffällig, nur wenige Gladbachfans trugen Trikots mit aktuellen Spielernamen, in der Masse liefen Effenbergs, Polsters, Andersons, Jansens etc. herum. Aus dem Shuttlebus wird man gleich, dank Schröders Agenda 2010 und Hartz IV, wie inzwischen in allen Stadien, von Pfandflaschensammlern empfangen. Und Fan hat die Wahl, rechts das angenehm luftige Hockeystadion und links der Saunapark. Ich folgte den Massen und landete gegen 14:00 Uhr in meinen dampfigen Block. Obwohl fast unter dem Tribünendach, also ziemlich hoch, waren keinerlei Luftbewegungen zu spüren. Etwas, was am nächsten Tag, bei deutlich angenehmeren Temperaturen auch im Dortmunder Stadion festzustellen war. Obwohl ebenfalls ganz oben gab es auch dort keine Luftbewegung. Wie schön luftig ist da doch unser "geliebtes" Frankenstadion. Man ist zwar weiter weg vom Spielfeld, dafür hat man nicht ständig die Gerüche und Ausdünste der Nachbarn in der Nase. Zurück zur Sauna, nicht zu glauben, auf dem Rasen wurde schon gespielt. Am Niederrhein hat sich die vor etlichen Jahren in Nürnberg ausgestorbene Tradition gehalten, dass Jugendmannschaften ein Vorspiel machen dürfen. Zur Tradition Borussia Mönchengladbach ist einige Wochen Jünger als unser Clubb und kann in diesen Tagen den 110. Geburtstag feiern. Dies war Anlass für die Borussennordkurve eine schöne und für Gladbacherverhältnisse wohl einmalige, so die Kommentare der Einheimischen, Choreografie zu Spielbeginn zu zeigen, die übrigens gut vom Stadionsprecher angekündigt und dirigiert wurde. Im Gegensatz zu Nürnberg wo die Ultras in der Vergangenheit viele tolle Choreos ohne Sprecherhilfe hingebracht hatten, man aber immer das Gefühl hatte, diese werden von der Vereinsspitze nur toleriert bzw. hingenommen. In Dortmund hatte die Südtribüne übrigens auch etwas zu Stande gebracht. Mit zwei kleinen maximal 10 m langen Spruchbändern wurde gegen das zu dieser Saison eingeführte Bezahlsystem im Stadion mittels Plastikborussenkarte protestiert.

Zum Spiel, über 80 Minuten war der Clubb dominant, immer wieder spielten Gündogan, Ekici, Hegeler und Simons mittels schnellen Mittelfeldkombinationen die Borussen schwindelig. Die Borussen selbst versuchten angesichts der Hitze jede Bewegung zuviel zu vermeiden und unsere Anfangs wieder einmal unsicher wirkende Innenverteidigung mit "Capitano" Wolf und Nilsson stand damit doch sicher. Bei Juri Judt war immer wieder zu spüren, dass er zu Offensivsolos im Stile Dickmeiers ansetzen wollte, leider fehlte ihm dafür etwas die Schnelligkeit. Defensiv ist er sicherlich stärker als sein Vorgänger und wohl einer der Spielintelligentesten im Team. Er war der einzige, der bei einer Spielunterbrechung wenige Schritte in das Seitenaus lief und die nächste Trinkflasche nahm. Der Rest der Mannschaft rannte zum Teil über den ganzen Platz zur Auswechselbank um dort Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Nach einigen vergebenen Anfangschancen des Clubbs flankte schließlich Juri in der 15 min. toll aus vollem Lauf auf Hegeler und wir führten verdient. Gladbach änderte seine Spielweise nicht und ihr Sturm stand laufend im Abseits. Unser neuer Galasek Simons machte toll die Räume im Mittelfeld dicht, ist aber noch nicht komplett bei uns angekommen, unterliefen ihm doch einige, gegen andere Gegner tödliche Fehler. So verlor er in der 31. min. einen Zweikampf gegen Idrissou, der anschließend Wolf alt bzw. grau aussehen ließ und zu diesem Zeitpunkt ziemlich unverdienten Ausgleich einnetzte. Das Gegentor zeigte, unser Clubb scheint 2010 deutlich weiter zu sein, als in der Aufstiegsaison letztes Jahr. Alle Spieler behielten die Ruhe, selbst nach der verletztungsbedingten Auswechslung (was hatte er eigentlich, hat jemand darüber berichtet?) des sehr guten Pino, er wurde gut durch Bieler ersetzt, gab es keinen Bruch im Spiel. Das Mittelfeld ist mit Ekici, Hegeler technisch wohl stärker besetzt. Nur der Sturm ist nach wie vor Problemzone. Unser WM-Fahrer Albertchen fiel nur durch die blondgefärbten Haare auf und Schieber schaffte es, die tausendprozentige Chance zum Sieg nicht reinzuschieben.

In den letzten 10 min., auch durch die Eingewechselten, raffte sich Gladbach auf und drückte ziemlich stark. Zum Glück ohne viele zwingende Chancen und dank des sicheren Schäfer und der Abseitsregel blieb es beim insgesamt wohl gerechtem Unentschieden. Mal schauen was die Saison so bringt, beim letzten erfolgreichen Saisonauftakt, Sieg in Stuttgart, wurden wir Pokalsieger, bei Unentschieden müsste nach aller Logik am Ende ein Tabellenmittelfeldplatz stehen. Zurück zur Sauna, das Stadionschwitzen wurde kaum zu glauben bei der 20. min. Shuttlebusfahrt zum Bahnhof noch gesteigert.
Roland Hornauer