Wir haben mal für neugierige Leser in die Glaskugel rein
gehört, also ist sie gut, oder eher bescheiden wie vor 15
Jahren das letzte Album "Hard Times and Nursery Rhymes"? Naja,
ein "gut" wäre enttäuschend, sie ist unglaublich gut!
Wenn man wie Bandchef und Stilikone Mike Ness viele Jahre
nicht in bester kreativer Verfassung war, sein älterer Sohn mit
Drogen kämpfte, das Pandemie-Theater nervt und zuletzt seine
überstandene Krebserkrankung. Die Band spielte trotzdem viel
live. Ab und zu auch einen der 40 Songs, die so in der
Schublade lagen. Und die besten davon hat Mike nun mit dem
zweiten Gitarristen Jonny „Two Bags“ Wickersham verfeinert und
eingespielt. Nochmal für alle Fans: Die Platte ist zum weinen
schön!
Wer die Band optisch für ein paar abgehalfterte Opas aus der
weißen Unterschicht hält, die gerne wie ein Rockabilly
herumläuft und die Gattin nach dem Essen den Tisch abräumen
läßt, der sei gewarnt! "S.D." sind auf der richtigen Seite.
Wenn bei ihnen im Konzert mal jemand im Publikum einen rechten
Spruch brachte, dann sprang Mike ohne Gnade sofort von der
Bühne und prügelt den Täter windelweich.
Es gibt kein Fazit. Das Album läuft sich auch nach vier Wochen
Dauertest nicht wund in den Ohren und man freut sich jedes Mal,
es erneut aufzulegen. Und nimmt auch den einen schmalzigen
Countryschleicher oder die Coverversion von "Wicked Game" mit.
EF
Social Distortion spielen bei Rock im Park am Samstag
06.06.2026 um 6. (18:10-19:10 Uhr) Mandora Stage
https://www.rock-im-park.com/timetable
NEUIGKEITEN/AKTUELLES EINZELANSICHT
15 Jahre danach: Ab Freitag, 8. Mai 2026 gibt es das neue Album von SOCIAL DISTORTION!
In Zeiten von KI, Deep Fakes und surrealen US-Präsidenten wirkt ein neues Social Distortion Album wie ein neu entdecktes Artefakt aus goldenen Zeiten. Analog, 95 Oktan und mit Leopardenfell bezogen. Breitbeiniger, lässiger Westcoast Punkrock von der Stilikone Mike Ness. Musik mit ultraharmonischen Melodielinien, fetten Gitarrenwellen und ohrwurmartigen Heavyrock. Zum weinen schönen Boomer Rock'n'Roll halt, den man Spätgeborenen nicht erklären kann. Gen Z'ler werden sagen, das ist typische Elternmusik...



