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SO WAR: TRAIL OF DEAD, 16.8.2011, ERLANGEN, E-WERK-SAAL

Es ist nicht so, dass die amerikanischen Querköpfe von Trail Of Dead jetzt zahm werden, nein, sie investieren ihre Kraft und Energie jetzt an der richtigen Stelle und werden so langsam zu einer der originellsten, weil eigenständigsten Alternative-Rockbands. An ihren Tönen werdet ihr sie erkennen... unser Erlanger Fußballsachverständiger Roland kann auch auf Musik und war für Euch im E-Werk! Entweder hat er die Setlist hinterher mitgenommen oder kennt sich tatsächlich mit Trail Of Dead aus wie ein Superhirn.
SO WAR: TRAIL OF DEAD, 16.8.2011, ERLANGEN, E-WERK-SAAL
Conrad Keely von Trail Of Dead
Foto: Hornauer

TRAIL OF DEAD, 16.8.2011, ERLANGEN, E-WERK-SAAL


Wer hätte das jemals gedacht, die Texaner entwickeln sich langsam Richtung einer „normalen“ Rockband. Statt „…And You Will Know Us By The Trail Of Dead“ hat sich das einfache „Trail of Dead“ als Bandname durchgesetzt, es wuseln nicht mehr mindestens 6 Personen wild auf der Bühne herum, sondern vier solide Musiker spielen verhältnismäßig ruhig ihre Mucke ab. Es gibt nur noch ein Schlagzeug, die Instrumente werden nicht mehr wild gewechselt, nur an den Drums wird ab und an rotiert, der früher obligatorische Exzess im letzten Konzertteil unterblieb und die Instrumente bleiben auch nach dem Konzertende heil. Dies ist erstaunlich, werden doch wenigstens die beiden Gitarren von den beiden Sänger, Masterminds und Gründungsmitglieder Conrad Keely und Jason Reece hammer mäßig bearbeitet und zumindest optisch jeder Ton aus den Saiten herausgewuchtet. Bei allen Änderungen ist das Ergebnis von der Musik her nur zu begrüßen. Durch die kleinere Besetzung kommen die Songs nicht ganz so vielschichtig, überlappend chaotisch rüber, die einzelnen Instrumente sind weit deutlicher heraus zu hören, der Sound bleibt trotzdem unglaublich brachial und energetisch. Das sichtbar fachkundige reifere Indiepublikum im gutgefüllten E-Werk Saal wusste dies zu schätzen und streckenweise wurde nicht nur der Kopf mitgewippt sondern auch die Beine bewegt. Das Konzert begann mit dem über 15 Minuten langen „Strange News from another Planet“, im folgten 3 weitere Songs von der letzten grandiosen Scheibe „Tao of the Dead“. Dann kamen jeweils drei Stücke von den Scheiben „Sources Tags & Codes“ und „The Century Of Self“. Mit „Richter Scale Madness“ vom Erstling aus dem Jahr 1998 endete das Set. Auffällig, von ihrem bislang eingängigsten Werk „So Divided“ wurde kein Ton gespielt. Leider gab es mit „A Perfect Teenhood“ von der CD „Madonna“ und „Will You Smile Again For Me“ von „Words Apart“ nur einen viel zu kurzen Zugabeblock und 90 Minuten feinster, intensiver Alterna-Musikgenuss ging leider zu Ende. Wer vom Künstler Conrad Keely noch nicht genug hatte, konnte sich am Merchstand mit seinen Radierungen eindecken. Allerdings wurden offensichtlich nur künstlerische Abfallprodukte verhökert.

Roland Hornauer