ALTERNATIVER INFLUENCER-EMO-FLASHBACK
TX2
END OF US
HOPELESS RECORDS/CARGO
VÖ 13.02.2026
TX2 – End Of Us (Online-Review)
TX2 liefert hier ein Debüt, das sich extrem selbstbewusst
zwischen modernem Alternative-Rock und nostalgischer
Emo-Theatralik bewegt. Hinter dem Namen steckt der US-Künstler
Evan Thomas, der TX2 bewusst als Alter Ego angelegt hat, also
quasi eine zweite Version seiner selbst, die mit Gegensätzen
wie Verletzlichkeit und Provokation spielt.
Trotzdem ist das Album tief in der Szene verankert: Features
von Black Veil Brides, Ice Nine Kills oder Magnolia Park
verleihen der Platte eine Größe, die man sonst nur von
etablierten Bands kennt, während ein Produzenten wie Matt Good
für einen Sound sorgt, der gleichzeitig modern und bewusst
nostalgisch wirkt.
Inhaltlich setzt TX2 stark auf visuelle Symbolik und
emotionale Überhöhung. Das dominante Rot des Artworks spiegelt
sich auch im Sound wider: Düster, pathetisch, manchmal bewusst
überzeichnet – und genau darin liegt der Reiz. Wer mit
Konzeptwerken wie "The Black Parade" von MY CHEMICAL ROMANCE
sozialisiert wurde, wird hier vertraute Spannungsbögen
entdecken, ohne dass das Ganze wie eine bloße Kopie wirkt.
Stattdessen entsteht eine Art „Red Parade“ - moderner,
digitaler, aber mit echtem Herz für große Gesten.
Dazu passt auch, dass der Künstler seine Onlinepopularität
mittlerweile zum Aufbau einer eigenen Community („X Movement“)
genutzt hat, in welcher er sich mit Fans über Themen wie
mentale Gesundheit austauscht und gegenseitige Unterstützung
forciert. Diese Nähe zur Hörerschaft spiegelt sich auch im
Album wider, denn viele Songs wirken wie direkte Botschaften an
eine Generation, die sich zwischen Social Media,
Identitätssuche und emotionalem Ausnahmezustand bewegt. Hinter
dem Hype steckt also viel mehr Substanz, als Skeptiker
vielleicht auf den ersten Blick vermuten würden.
ODE
7 von 9


