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2. Dezember 2019

KINOSTART: ALS HITLER DAS ROSA KANINCHEN STAHL

Berlin. Die Haushälterin Heimpi (Ursula Werner) kümmert sich liebevoll um die Kinder und ist fester Bestandteil der Familie Kemper. Es ist Winter, Weihnachten noch nicht lang vorbei, und Arthur hat die Grippe. Anna sitzt an seinem Bett und zeigt ihm etwas besorgt ihr neuestes Bild. Sie hat schon wieder eine Katastrophe gezeichnet. Ihr Vater findet das völlig in Ordnung – man kann nur das gut malen, was man malen will! Am nächsten Morgen ist Arthurs Zimmer leer. Er wurde gewarnt, die Nationalsozialisten wollen ihn verhaften. Er hat Deutschland Hals über Kopf verlassen. Von jetzt an geht alles schnell: Die Kinder dürfen niemandem etwas sagen und müssen ihre Koffer, nur mit dem Nötigsten, packen. Anna und Max dürfen jeweils nur ein Buch und ein Spielzeug mitnehmen. Anna entscheidet sich für ihren Stoffhund Terri, den sie gerade erst zu Weihnachten bekommen hat, und lässt schweren Herzens ihr altes rosa Stoffkaninchen zurück.

Die Flucht nach Zürich am Vorabend der Wahl 1933 ist eher spannend als beängstigend. Immerhin gehen Anna und Max davon aus, bestimmt bald wieder in Berlin zurück zu sein. Doch schon am nächsten Tag erweist sich die Vorsicht der Eltern als lebensrettend. Die Nationalsozialisten haben die Wahl gewonnen. Der gesamte Besitz der Familie Kemper wird beschlagnahmt, ihre Pässe sollten eingezogen werden. Onkel Julius (Justus von Dohnányi), der sie heimlich in der Schweiz besucht, berichtet von schrecklichen Geschehnissen in Deutschland. Von nun an erleben Anna und ihre Familie die Folgen der Flucht, den Verlust von Freunden, Heimat und Sicherheit. Als Fremde im Exil mangelt es ihnen an Geld, auch die immer beengter werdenden Lebensverhältnisse erweisen sich als Herausforderung.

In der Schweiz ist es zwar schön, aber niemand will Arthur Kempers Texte veröffentlichen. Und Anna hat große Angst um ihn, denn die Nazis haben ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Am Ende des Sommers beschließen die Eltern den Umzug nach Paris, dort gibt es eine Zeitung, für die der Vater arbeiten kann.

Die Wohnung in Paris ist winzig, Dorotheas Kochversuche setzen die Küche unter beißenden Qualm, und das Geld ist immer noch knapp. Aber die Eltern und Kinder sind zusammen, und das ist das Wichtigste. Anna und Max verstehen anfangs kein Wort Französisch. Sie kämpfen tapfer mit der fremden Sprache und um Anerkennung. Schließlich schaffen sie es, in der Schule erfolgreich zu sein und neue Freunde zu finden. Doch die Wirtschaftskrise macht ihnen auch in Frankreich das Leben schwer. Die Concierge Madame Prune (Anne Bennent) wird zusehends unfreundlicher und offen antisemitisch.

Als alles hoffnungslos erscheint und Arthur auch noch eine furchtbare Nachricht aus Deutschland bekommt, trifft ein Brief aus England ein: Arthur hat sein Drehbuch über Napoleon verkauft. Sie sind gerettet, müssen aber einmal mehr die Koffer packen und in einem fremden Land mit neuer Sprache wieder eine neue Existenz aufbauen. Doch Anna weiß, dass sie und ihre Familie das schaffen werden. Denn wenn alle zusammen sind, ist alles möglich.